Archiv der Kategorie: Belgien

55. Etappe Vorfinale Vossenack – Eupen

Easy going, alle laufen, viel Vennbahn, alle denken viel an den Sonntag, fünf Stunden für die letzten 38 km. Zwischendurch ist der WDR da, Bilder drehen der Läufer im Venn. Mujo ist in Kalterherberg plötzlich auch dabei – welche Freude. Mit bei uns ab Haus Ternell fünf Offiziere aus Burundi, die zu einer Ausbildung beim belgischen Militär weilen. Auch mal was Neues. Dieser Lauf geht nicht ohne Überraschungen. Gewitter kurz vor Eupen – hört das nie auf? 

Beim Empfang liest DG-Ministerin Isabell Weykmans (die erste Ministerin unterwegs, bislang hatten wir nur einen Minister – in Luxemburg) einen kompletten Liedtext von Udo Lindenberg vor. Und Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg sagt: „Sie haben mit ihrem Lauf in ganz Europa viel Aufmerksamkeit erregt. Das beweist ein Blick in die internationale Presse.“ Die Belobigungen  werden immer heftiger. Danach zwei Extrakonzerte nur für uns veranstaltet. Zum Ende werden die Gastgeber immer einfallsreicher und liebevoller, als wollte einer den anderen toppen.

Abends sitzen wir da bei Konnys Finalmenu in sieben Gängen und hängen bei Pastis, Salat, Gemüsereis und Schokolade Erinnerungen nach. Was ist in den acht Wochen alles passiert… Was für Leute, was für Begegnungen! Und das soll morgen vorbei sein? Vor uns die letzte Schulhallennacht. Was werden wir die Gemeijnschaftsbettstätten vermissen. Sollten wir Peter Hellmann morgen spontan angehen, im Rhein-Maas in der Schulhalle noch eine weitere Abschlussnacht zu arrangieren….

Heinz ist gleich nach dem Empfang auf Stipviste in Aachen – zum Studio-Termin fürs Aachen-Fenster der Aktuellen Stunde. Wir haben es alle noch nicht gesehen. Aber kann man wohl in der Mediathek des WDR nachgucken.  Ach, und dann sagte der Bürgermeister noch: „Ich wünsche Ihnen in Aachen am Sonntag einen rauschhaften Empfang.“

Aachener und Aachenerinnen – jetzt seid Ihr dran.

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Auf dem Weg nach Aachen — Empfang am Bahnhof Herbesthal

 

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Auf dem Weg nach Aachen — Empfang am Bahnhof Herbesthal

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Auf dem Weg nach Aachen — Empfang am Bahnhof Herbesthal

 

51. und 52. Etappe St. Vith – Spa – Maastricht

Wir haben das 12. Land unserer Tour erreicht: Niederlande. 55 km Laufstrecke: Helmut, Henry und Björn haben wie gestern alles absolviert. Der Rest war nur Beiläufer. Was für ein Spektakel: In Eijsden (Grenzort, 10 km vor der Stadt der Verträge) empfangen und 15 LäuferInnen vom Club Atletiek Maastricht. Und Emad ist wieder da. Jubel, Umarmungen. Und Nikoleta. Jubel, Umarmungen. Und Marie (samt vier Freundinnen plus Hund). Und Jürgen als Begleiter. Noch mehr Jubel und Umarmungen.

Dann geht es im schönsten Altweiberwetter bis 2 Kilometer vor Maastricht direkt an die Maas. Ein Riesenboot, einem Drachenboot ähnlich, nimmt Emad, die Fackel und unsere Musikbox an Bord. Dann schießen die acht mächtigen Ruderblätter ins Wasser, das Boot braust majestätisch Richtung Ciry, begleitet vom Fernsehteam in einem Extramotorboot (die Maastrichter haben wirklich alles organisiert). Unsere Hymne ertönt kraftvoll über den Fluss. . Es ist fast wie bei Fitzcarraldo. Nur Caruso fehlt. Und Klaus Kinski.

Bürgermeister Onno Hoes empfängt uns im prachtvollen Rathaus. Er sagt: „Europa braucht Leute wie Sie. Sie laufen uns allen ein Stück voraus.“ Ein großes Kompliment. Danach gibts im Kellergewölbe gemeinsam mit den Maastrichter Ortsläufern ein üppiges Bufett. Abends ein Novum: Erstmals schlafen wir in Zelten. Haben die Pfadfinder für uns gebaut. Das ganze im Wassersportclub mit Clubhaus und Fluss-Terrasse. Wunderbar. „Frieden macht ganz schön viel Arbeit“ (Giana Haas), aber manchmal auch ganz ganz großen Spaß (wenn nur die stundenlangen Tagesplanungen nicht wären, die langen Debatten, auch das Blogschreiben). Naja, letzteres macht schon wieder Spaß nach so einem Tag.

Tags zuvor (51. Etappe) waren wir von St. Vith nach Spa gelaufen. Neuer Rekord: 68 Kinder laufen am Morgen mit, manche einen Kilometer, manche zwei, andere wollen mehr, aber die Lehrer sind so furchtbar realistisch und wissen, dass sie die gleiche Strecke wieder zurückmüssen. 50 Kilometer und alles (bis auf Kleinigkeiten) auf drei verschiedenen Radwegen. Vennbahn und zweimal Ravel-Weg.